
Der Kreistag Dahme-Spreewald hat in seiner Sitzung am 13. September 2006 die Errichtung eines Weiterbildungskollegs für den Landkreis beschlossen. „Die Entscheidung des Kreistages ist ein wichtiges Signal. Dahme-Spreewald investiert in Bildung und damit in seine Zukunft. Angesichts von rund 10 Prozent eines jeden Jahrgangs, die die Schule ohne Abschluss verlassen und damit kaum Aussichten auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, ist das Weiterbildungskolleg ein gesamtgesellschaftlich wichtiges Angebot.“ so Bildungsausschuss-Mitglied Andreas Schluricke.
„Als Vorsitzender des ARGE-Beirates sehe ich mit großer Sorge, dass sich aus dieser Gruppe viele - früher oder später - als Kunden der Arbeitsagentur und der ARGE wieder finden. Von insgesamt 834 registrierten arbeitslosen Jugendlichen unter 25 in Dahme-Spreewald, besitzen derzeit 159 keinen Schulabschluss.“, so Schluricke
Mit dem Weiterbildungskolleg wird nun das bisherige Bildungsangebot, das bisher unter dem Dach der Kreisvolkshochschule als „Zweiter Bildungsweg (ZBW)“ stattfand, verstetigt und ausgebaut. Angesichts der großen Nachfrage stieß diese Organisationsform an ihre Grenzen.
„Das qualitativ hochwertige Angebot, das zukünftig als Weiterbildungskolleg zur Verfügung steht, ist auch ein bildungspolitisches Signal. Lebenslanges Lernen ist notwendig, um sich den ständig ändernden Anforderungen der Berufswelt stellen zu können. Gerade vor wenigen Tagen stellte die OECD für Deutschland fest, dass im Bereich Fort- und Weiterbildung noch Aktivierungspotentiale bestehen. Die Teilnahmequote an solchen Maßnahmen liegt in Deutschland laut OECD mit 12 % unter dem Durchschnitt von 18 %. Erster Schritt zur Verbesserung ist dabei ein möglichst wohnortnahes Angebot, dass wir im Landkreis nun durch Volkshochschule und Kolleg sowie natürlich auch andere, z.B. private Bildungsträger, haben werden.
Wichtig ist auch die durch den Bildungsausschuss angeregte Ergänzung des Kreistagsbeschlusses, dass „die Angebote aus allen Regionen des Landkreises erreichbar sein sollten“. Wir sind als Landkreis in der Pflicht, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren“, so Andreas Schluricke. „Es darf keine Entwicklung beginnen, an deren Ende „Berlinferne“ gleichbedeutend mit „Bildungsferne“ ist. Das ist und bleibt ein Grundsatz sozialdemokratischer Bildungspolitik im Landkreis Dahme-Spreewald.“