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Andreas Schluricke.

Flughafen BBI öffnet sieben Monate später :

Verkehr

Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BBI in Schönefeld wird um sieben Monate verschoben. Der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft entschied am Freitag, dass der BBI erst am 3.Juni 2012 in Betrieb gehen wird. Der ursprünglich geplante Termin war der 30. Oktober 2011.

Als Grund für die Verschiebung gilt unter anderem die Insolvenz einer Firma, die an der Planung für den Innenausbau des Terminals beteiligt war. Außerdem müssen wegen neuer EU-Sicherheitsstandards andere Gepäckscanner angeschafft werden, die deutlich mehr Platz brauchen als geplant.

Durch die Verschiebung wird der Flughafen Tegel länger offen bleiben. Er soll erst geschlossen werden, wenn der neue Flughafen in Schönefeld in Betrieb geht.

Der neue BBI-Eröffnungstermin ist nach Ansicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Wowereit (SPD) ein "guter Kompromiss aus vorausschauender Planung und einer weiterhin zügigen Realisierung".

Bei vergleichbaren Projekten seien jahrelange Verzögerungen und Kostenexplosionen die Regel, sagte Wowereit am Freitag. Davon sei man weit entfernt.

Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck (SPD) sprach von einer "Entscheidung der Vernunft". Es mache keinen Sinn, einen Eröffnungstermin um jeden Preis halten zu wollen. Berlins oppositionelelr CDU-Chef Henkel sprach dagegen von einem "schweren Schaden" für die Region und Berlin als Wirtschaftsstandort.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) wertete die Entscheidung des Aufsichtsrates als
"ambitioniert, aber verantwortungsvoll". Wichtig sei, dass der Flughafen am 3. Juni 2012 als vollfunktionsfähig in Betrieb genommen werden kann. Zu dem ursprünglich geplanten Termin wäre dies nicht möglich gewesen, wird der Christoffers in einer Mitteilung seines Hauses zitiert.

Die CDU-Fraktion verlangte einen "klar definierten und verlässlichen Zeit- und Kostenplan". Die Aussage, eine neue EU-Richtlinie sei vor allem für Verzögerung und Mehrkosten verantwortlich, werde bezweifelt, meinte der wirtschaftspolitische Sprecher Dirk Homeyer. "Wer eine seit mehreren Jahren diskutierte Novellierung als kurzfristige Begründung für den Bauverzug anführt, muss sich fragen lassen, ob er im Aufsichtsrat am richtigen Platz ist."

Die Frage der Erreichbarkeit von BBI aus dem Umland mit öffentlichen Verkehrsmittel müsse auch noch thematisiert werden, hieß es von Seiten der Linken. Die Brandenburger FDP-Fraktion wertete den neuen Eröffnungstermin als einen "herben Rückschlag" für den märkischen Mittelstand. Es sei mit negativen Folgen für die hiesige Wirtschaft und den Landeshaushalt zu rechnen, meint der wirtschaftspolitische Sprecher Raimund Tomczak.

 

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