
Die Europäische Union vergibt ab Juni 2010 Mikrokredite, also bis zu 25.000 Euro, zur Förderung neuer Unternehmen und der Konjunktur. Häufig haben Unternehmer Schwierigkeiten, kleine Kredite aufzunehmen, da viele Banken die Vergabe von Mikrokrediten als riskant und wenig rentabel ansehen und ihre Bearbeitungskosten im Verhältnis zu dem Kreditvolumen relativ hoch sind. Die von der EU finanzierten Kredite können ab sofort bei Banken und Sparkassen beantragt werden, teilte Finanzdezernent Wolfgang Schmidt auf eine Anfrage des SPD-Kreistagsabgeordneten Andreas Schluricke in der jüngsten Sitzung des Kreistages Dahme-Spreewald mit.
Eine Nachfrage bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse ergab, so Schmidt, „dass national noch keine Regelungen für die Abwicklung bekannt sind.“ Die entsprechende Richtlinie wird frühestens Ende dieses Monats erwartet.
„Das Programm der EU ergänzt das bereits bestehende Angebot ähnlicher Kredite, so z.B. des Mikrokreditfonds Deutschlands, der ein Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro hat. Zu beachten bleibt für mögliche Interessenten, welche Anforderungen mit der jeweiligen Kreditvergabe verbunden sind“, so der SPD-Abgeordnete. Andreas Schluricke weist in dieser Frage auf das Kleinkreditprogramm des Landkreises hin: „Unser Programm ist in seinen Regelungen sehr schnell nutzbar und unbürokratisch. Bisher wurden 35 Darlehen mit einem Volumen von 250.500 € bewilligt und es besteht eine kontinuierliche Nachfrage. Die Darlehen bis zu einem Höchstbetrag von 10.000 € können beim Landkreis (Landkreis Dahme-Spreewald, Amt für Wirtschaftsförderung und Beteiligungen, Reutergasse 12, 15907 Lübben) oder bei der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft ( Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH, Freiheitstraße 120 A, 15745 Wildau) beantragt werden. Gefördert werden die Gründung und Festigung von Kleinstunternehmen durch die Gewährung von Investitions- oder Betriebsmitteldarlehen“, so der SPD-Abgeordnete Schluricke.